Anbaupläne für den Gemüsegarten

Letztes Jahr – in unserem ersten Gartenjahr – haben wir einfach drauflos gegartelt. Vieles hat gut funktioniert, anderes wiederum nicht. Daher habe ich Ende 2019 viel recherchiert und mich in die Gartenmaterie eingelesen. Ich kann euch an dieser Stelle die Bücher „Gesunder Garten durch Mischkultur“ von Gertrud Franck und Der Biogarten: Das Original“ von Marie-Luise Kreuter  [unbezahlte Empfehlung] ans Herz legen. Sie dienen für mich als Inspirationsquelle und Leitfaden – und sind meine Nachschlagwerke.

In diesem Artikel geht es darum, das Gemüse im Garten so anzupflanzen, damit wir uns über das ganze Jahr über von unserer abwechslungsreichen Ernte selbstversorgen können. Das geht natürlich nicht ohne Anbauplan.

Eine meiner Erkenntnisse der Garten-Recherchen war, dass wir unsere Gartenflächen nicht mehr in kleine Beete (mit 1,00 – 1,20 Breite)  einteilen, sondern wir bewirtschaften zwei größere freie Gartenstücke (1x 3,60×9,50 m | 1x 6,00×11,00 m) in unserer Gartengemeinschaft. Eine wunderbare Gemeinschaft aus vier Familien über alle Generationen hinweg. Diese freien Gartenstücke bepflanzen wir in Reihenmischkultur. Dafür säen wir im Frühjahr in 50 Zentimeter Reihenabstand auf den Gartenland Spinat aus. Der Spinat dient später als Mulch und als Trittweg zwischen den Gemüsereihen. Doch fangen wir von Anfang an – mit dem Anbauplan.

Folgende Fragen könnt ihr euch beim Erstellen eures Anbauplans stellen:

  1. Wie groß sind eure Gartenflächen? ==> Teilt ihr euren Garten in größere Gartenflächen ein Ort? Oder plant ihr kleinere Beete? Hier ein paar Tipps für das Anlegen kleinerer Beete: Eine Beetbreite von 1,00-1,20 Meter ist perfekt. Habt Ihr den Wunsch viel zu ernten, sind lange Beete besonders sinnvoll. Sie erleichtern das Säen und Unkraut hacken in Reihen. Für feste Wege zwischen einzelnen Beeten könnt ihr eine Breite von 0,50 m einplanen. Für breitere Wege – damit ihr mit dr Scheibtruhe durchfahren könnt – ist die Breite von 1,20 Meter ideal. Diese festen Wege können einfache Trampelpfade oder Rasenpfade sein oder mit Rindenmulch, Steinen oder Holzlatten ausgelegt werden.
  2. Welche Gemüse-, Obst- und Blumensorten wollt ihr anpflanzen? Wann können die Kulturen ausgebracht werden? Wann ist Erntezeit?
  3. Welche Mischkulturen sind ideal?
  4. Beachtet auch die Himmelsrichtung bei der Erstellung eures Anbauplans.

Uns ist wichtig, dass wir das ganze Jahr über frisches Gemüse ernten können. Daher ist die Reihenmischkultur für uns so perfekt, da eine Reihe immer zeitlich gestaffelt zur Ernte kommt und neuen Aussaaten Platz macht. So können wir laufend ernten und auch laufend säen. In Form dieser Reihenkultur haben wir unseren Anbauplan für unsere zwei freien Gartenflächen erstellt.

Wie funktioniert nun diese Reihenmischkultur im Detail?

Nachdem wir unsere Gartenflächen mit einem Maßband genau ausgemessen haben, starten wir mit dem Zeichnen auf einem Blatt Papier. Dafür teilen wir die Gartenflächen nicht in einzelne Beete ein, sondern in 50 cm Abstand-Reihen. Wir beachten dabei auch die Ausrichtung Richtung Süden, wenn es möglich ist. So beschatten sich die Pflanzen nicht gegenseitig. Die Trittwege zwischen den Reihen bildet der Spinat.

BEI DER REIHENMISCHKULTUR WERDEN DIE GEMÜSEARTEN IMMER UM DIE JEWEILIGE A-REIHE ANGEORDNET.

Bei der Reihenmischkultur benennen wir die Reihen mit Buchstaben: A-, B- und C-Reihen. Das hilft uns bei der Etikettierung der Gemüsereihen und der Einteilung der Gemüsesorten.

  • In die A-Reihen – Hauptreihen (rot markiert) – kommen Kulturen, die nur eine kurze Vorfrucht haben und Mitte Mai bis Ende des Jahres Platz brauchen. Sie sind jeweils 2 Meter voneinander entfernt.
  • In die B-Reihen (grün markiert) kommen Kulturen, die den Platz entweder in der ersten oder in der zweiten Hälfte des Gemüsejahres brauchen. Sie sind auch jeweils 2 Meter voneinander entfernt.
  • In die C-Reihen (blau markiert) kommen Kulturen mit kurzer Vegetationszeit. Sie stehen nur kurze Zeit dort, gehen weg und machen anderen, ähnlichen Kulturen Platz. Das bedeutet: Kulturen lösen sich nacheinander ab. Die C-Reihen liegen zwischen A- und B-Reihen und sind in doppelter Anzahl vorhanden.
  • Dazwischen werden Spinatreihen angebaut. Er gibt den Jungpflanzen Schutz und Schatten, bewahrt den Boden vor Austrocknung und wehrt bestimmte Schädlinge ab. Und er ist die beste Unterlage für den dort aufzubauenden Flächenkompost. Denn er wird später, wenn er in Samen geht, einfach abgeschnitten und liegen gelassen, die Wurzeln bleiben im Boden. So dient er auch als Trittweg. Natürlich könnt ihr den jungen, zarten Spinat als Baby-Leaf ernten und in der Küche für wunderbare Salate verwenden.

Hier findet ihr die schematische Darstellung der Reihenmischkultur.

A, B oder C – auf welche Reihe kommt welches Gemüse?

A-Reihen (Langzeitreihen)
Auf die A-Reihen gehören Paradeiser, Stangenbohnen, Gurken, Spätkraut, Puffbohnen, Zucchini, Frühe Erbsen

B-Reihen (Mittelzeitreihen)
Hier wachsen Lauch, Zwiebeln, Schwarzwurzeln, Karfiol, Sellerie, Buschbohnen, Frühkraut, Rote Rüben, Erbsen. Jede B-Reihe kann mindestens zwei volle Ernte tragen.

C-Reihen (Kurzzeitreihen)
Hier werden Karotten, alle Salate, Kopfsalate verschiedener Sorten, Endivien, Kohlrabi, Radieschen, Fenchel, Pastinaken, Wurzelpetersilie, Lauch gesät.

Nach diesem Prinzip habe ich den Anbauplan und die Einteilung des Gemüses für unsere zwei freien Gartenflächen erstellt. Welche Mischkulturen optimal sind, findet ihr in dem Blog-Artikel „Auf gute Nachbarschaft im Gemüsebeet“.

Was ist nun der Vorteil dieser Reihenmischkultur? 

Das Problem der Fruchtfolge ist nicht gegeben. Denn in die Reihen werden zwei- bis dreimal wechselnde Sorten in einem Gartenjahr gesät / angesetzt. Das ergibt eine gesunde Fruchtfolge. Im folgenden Gemüsejahr werden die Reihen um 25 Zentimeter verschoben. So kommen dieselbe oder verwandte Pflanzen nicht nochmals auf den selben Platz.

Diese großzügige Aufteilung nach der Reihenmischkultur eignet sich sehr gut für größere Gärten und freie Gartenflächen. Doch der naturgemäße Fruchtwechsel (die Mischkultur) kann natürlich auf jede Gartengröße und Beeteinteilung umgelegt werden. Auch hier gedeihen gleichzeitig Pflanzen mit verschiedener Reife- und Erntezeit. Bei der Bewirtschaftung von Beeten in eurem Garten kann ich euch eine Breite von 1,20 Meter empfehlen. Die Länge der Beete richtet sich ganz nach eurer Gartengröße, und je nachdem wieviel ihr ernten wollt.

Tipp: Etikettiert die Reihen in den Reihen-Farben oder mit den Reihen-Buchstaben und beschriftet die Schilder mit den entsprechenden Sorten. Dies sorgt für Ordnung und Einhaltung der Mischkultur über das gesamte Gartenjahr.

KOSTENLOSER DOWNLOAD – ANBAUPLÄNE REIHENMISCHKULTUR.

Die Anbaupläne sind natürlich auf unsere Gartengröße und Gemüse-Favoriten angelegt. Trotzdem möchte ich die Anbaupläne mit euch teilen, da sie als Beispiele für eure Anbaupläne dienen können. Und sie zeigen euch gute Gemeinschaften auf. Viel Freude beim Planen und Tüfteln.

DOWNLOAD

Hier kannst du dir die Anbaupläne als PDF-Datei herunterladen.

Anbaupläne zum Download

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